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Seit über zwei Wochen verbindet das Projekt „Mont cheri – Skulpturenlese 2010“ die Kulturlandschaft um die Kalchreuther Höhe mit zeitgenössischer Kunst. Noch bis 30. September sind Arbeiten von 12 Künstlern zu erleben, unter anderem die Steinskulptur im Vordergrund von der Kalchreuther Bildhauerin und Kuratorin Monika Ritter (das wochenblatt berichtete, mehr Infos unter www.skulpturenlese.de ). Kommenden Sonntag kann der spannende Skulpturenweg auch dazu beitragen, einen zu erwartenden außergewöhnlichen Besucheransturm zu entzerren: In den Kirschgärten an der Erlanger Straße und im Ort findet zum 7. Mal seit ihrer Wiederbelebung die beliebte Kalchreuther Kirschkerwa statt. Lesen Sie weiter…
Sehen sie hier die schönsten Bilder vom Skulpturenweg…
Auf zur Kalchreuther Kirschkerwa Ein Familienfest und Informationstag rund um Kirsche und Streuobst Streuobstwiesen prägen seit vielen Jahrhunderten die fränkische Kulturlandschaft. Ihren Namen haben sie von den hochstämmigen Obstbäumen, die in Reihen oder Gruppen locker verstreut auf Wiesen oder Äckern gepflanzt wurden.
Obstbäume und -wiesen gliedern die Feldflur und verschönern die Dörfer; sie erhöhen dadurch den Wohn- und Erholungswert. Aber sie sind nicht nur etwas fürs Auge: Die strukturreichen Streuobstbestände mit ihren alten Bäumen und blütenreichen Wiesen im Unterwuchs sind ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Zahlreiche Vögel, Käfer und Schmetterlinge wie der Grünspecht oder der seltene Kirschprachtkäfer finden hier Nahrungs-, Nist- und Brutmöglichkeiten. Bereits zum 7. Mal findet am Sonntag, 4. Juli, von 11-18 Uhr im „Kirschendorf Kalchreuth“ die Kirschkerwa statt. Wieder ins Leben gerufen wurde sie vom Bund Naturschutz im Rahmen des „Kirschenprojektes“, das sich für den Erhalt der herrlichen Kirschgärten rund um Kalchreuth einsetzt. Dieses Fest ist ein Familien- und Informationstag, der sich in den letzen Jahren explosionsartig steigender Beliebtheit erfreute. Ein vielfältiges Programm trägt diesem Ansturm Rechnung: Die Kalchreuther Landfrauen werden Kirschkuchen, Kirschenmännla und Kaffee anbieten, es wird eine Kirschsorten-Ausstellung mit erntefrischen Früchten zum Probieren und Kaufen geben, die Sektbar mit „Kirsch-Royal“ und „Kirsch-Secco“ ist neu bestückt – im Vorjahr war man innerhalb kürzester Zeit ausverkauft –, es finden interessante Führungen durch die Kirschgärten, den Ort und die Kirche sowie auf dem neuen Skulpturenweg statt und – last but not least – werden Informationsstände Wissenswertes rund um Kirsche und Streuobst vorstellen. Auch diverse (Kunst-) Handwerker werden ihr Repertoire zeigen, die Kalchreuther Vereine werden zugegen sein, eine Imkerausstellung lockt mit Honigverkostung, der Schäfer zeigt seine Wollwerkstatt – mit Schafen – und der Korbflechter beeindruckt durch seine Fingerfertigkeit. Man kann es sich einfach auf den aufgestellten Bänken oder mitgebrachten Decken unter den herrlichen alten Bäumen bequem machen, den wundervollen Blick auf die „Fränkische“ genießen, während sich die Kinder beim Kinderprogramm mit Kirschkernweitspucken, Bastel- und Malaktionen, Sackhüpfen oder Baumklettern mit Seilsicherung austoben. Das musikalische Rahmenprogramm hat „Steffis kleine Zachmusik“ mit frecher fränkischer Musik übernommen. Zahlreiche Parkmöglichkeiten Soviele Menschen wie noch nie besuchten im Vorjahr die Kalchreuther Kirschkerwa und verursachten mit ihren geparkten Autos fast einen Verkehrskollaps. Dem will man dieses Jahr entgegen wirken und bemühte sich um ein entsprechendes Angebot an ausgezeichneten Parkplätzen. Zusammen mit Polizei, Landratsamt und Bund Naturschutz hat die Gemeinde Kalchreuth dieses Jahr Stellflächen an Rathaus, Friedhof, Sklavensee, Kirschgartencafé und Sportheim sowie dem Wanderparkplatz Richtung Buchenbühl ausgewiesen und ein Parkleitsystem installiert. Attraktive Alternativen zur Anfahrt mit dem Pkw sind auch Fahrrad und Gräfenbergbahn. Vom Bahnhof, wo einem im Kulturbahnhof schon die erste Ausstellung „Von Albrecht Dürer bis Frank Kortan“ empfängt, führt ein kleiner Bummel durch den schönen Kalchreuther Ortskern, wo Besucher das Sommerfest in der Antiquitätenscheune Hartwig, der Tag der offenen Tür bei der Schreinerei Georg Wölfel, das „offene Atelier“ der Bildhauerin Monika Ritter, sowie die zeitgenössische Kunstausstellung „Mont Cheri – Skulpturenlese 2010“ rund um den Sklavensee lockt. Im Rathaus ist die Ausstellung der Bildhauer Gertrud Nein und Gerd Weiland an diesem Tag von 11-18 Uhr geöffnet. Und bei Sektbar und Verköstigungsangeboten rund um Kirschschnaps und -likör bieten einem öffentliche Verkehrsmittel die Möglichkeit zum Genießen ohne schlechtes Gewissen. Programm 11.30 Uhr Eröffnung: Doris Tropper, stellvertretende Landesvorsitzende und BN-Kreisgruppenvorsitzende Begrüßung durch Kalchreuths Bürgermeister Herbert Saft und Landrat Eberhard Irlinger Festansprache Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz in Bayern 13.30 Uhr Naturkundliche Führung durch die Kirschgärten mit Projektleiterin Karin Klein-Schmidt 14.30 Uhr Führung zum „Skulpturenweg“ mit Dr. Sandweg, Kulturhistoriker 15.30 Uhr Kulturhistorische Führung durch Kalchreuth und die Kirche mit Ernst Bayerlein und Messnerin Anna Meier Die Führungen starten alle am Rednerpult Das Dorf Kalkrewth
Ausstellung im Kulturbahnhof Vor 500 Jahren war der berühmte Nürnberger Maler Albrecht Dürer öfter zu Gast im Kalchreuther Schloss bei Wolfgang und Ursula Haller, die eine Schulfreundin von Dürer war. Wie der Erlanger Oberbibliothekar Dr. Otto Mitius in einer kleinen Schrift 1924 feststellte, entstanden bei einem Besuch im Spätsommer des Jahres 1510 wahrscheinlich ein Bild vom Dorf Kalchreuth sowie ein Landschaftsbild „Blick vom Kalchreuther Bergrücken nach Norden (Schwabachtal und Hetzles)“. Das Bild selber war im Besitz der Kunsthalle Bremen, dort wurde es kurz vor Kriegsende nach Brandenburg in ein Schlossgewölbe in Sicherheit gebracht, ehe es die sowjetischen Streitkräfte zusammen mit etwa 300 andern Bildern als Beutekunst nach Russland transportierten, jetzt sind die Bilder in Moskau, früher waren sie in St. Petersburg.
Im Jahr 2001 war eine private Reisegruppe aus Röckenhof und Kalchreuth in St. Petersburg. Durch persönliche Initiative von Werner Hirmke war es möglich, das Bild Dorf Kalkrewth zu sehen. Es war vermutlich die erste Gruppe aus Deutschland, die das Originalbild nach vielen Jahrzehnten zu sehen bekam. Leider ist der Versuch, das Bild im Rahmen der Rückführung der so genannten „Beutekunst“ trotz intensiver Bemühungen von Politikern und der Bundesregierung im Jahr 2003 im letzten Moment gescheitert. Im Bild: Vor 500 Jahren malte Dürer dieses Dorf – wahrscheinlich Kalchreuth.
In einer Ausstellung am Sonntag, 4. Juli, im Rahmen der „Kalchreuther Kerschderkärwa“ im Kulturbahnhof wird nun den Spuren des Bildes nachgefolgt: Zum einen durch eine Bild-Reproduktion vom Kalchreuther Fotokünstler H.-Georg Weinfurter, das Original-Foto hat Richard Bergler im Archiv der Eremitage in St. Petersburg gemacht. Weiter wird es eine Beschreibung und eine Geschichte der Entstehung des Bildes nach Dr. Otto Mitius geben. Es wird berichtet, wie es dazu kam, dass die einheimische Reisegruppe das Bild sehen konnte. Malerei von Frank Kortan Ein weiteres kulturelles Highlight, das ebenfalls am Sonntag, 4. Juli, im Kulturbahnhof stattfindet, ist die Präsentation des neuen Buches über Frank Kortan, „ Bilder der Nacht – so hell“, welches die Schriftstellerin Dr. Lisa Kishon, Witwe des weltberühmten Satiriker Ephraim Kishon, geschrieben hat. Seit dem Jahr 2000 lebt und arbeitet der Maler Frank Kortan in Kalchreuth. Frank Kortans Bilder wirken skurril, in seinen Werken verarbeitet er verschiedene Themen, er porträtiert historische und zeitgenössische Persönlichkeiten wie zum Beispiel Johann Sebastian Bach, Albrecht Dürer, Karel Gott oder Ephraim Kishon. Bilder von Frank Kortan sind weltweit in großen Ausstellungen zu sehen, seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen wie zum Beispiel sein Bild „Albrechts Hochzeitszug nach Italien“, welches die Albrecht-Dürer-Gesellschaft in Nürnberg erstanden hat. Frank Kortan erhielt schon viele internationale Auszeichnungen wie zum Beispiel den „Wold Prize of Salvator Dali“ oder den „European Prize for Fins Ars“. Der aus Prag stammende Künstler gehört auf seinem Gebiet mittlerweile zur Weltspitze. Um seine Werke auch dem Kalchreuther Publikum näher zu bringen, stellt jetzt Frank Kortan erstmals eine kleine Auswahl seiner Bild-Reproduktionen aus, da alle seine Originalbilder zu diesem Zeitpunkt bei einer Ausstellung in Brüssel präsentiert werden. Es ist aber gelungen, ein Original-Porträt aus Kalchreuther Besitz zu zeigen. Der Künstler wird am 4. Juli im Kulturbahnhof anwesend sein, sein neues Buch „Bilder der Nacht – so hell“ kann vor Ort erworben und auf Wunsch persönlich signiert werden. Die Ausstellung, findet am Sonntag, 4. Juli, von 9.30-18 Uhr im Kulturbahnhof statt. Zur Eröffnung um 9.30 Uhr wird Bürgermeister Herbert Saft kommen. Der Eintritt ist kostenlos. Kalchreuther Kirschen am Nürnberger Hauptmarkt
Der Sommer ist da und mit ihm die ersten erntefrischen und knackigen Kirschen. Die Kalchreuther Kirschbauern präsentieren ihre roten Früchtchen erstmals auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Sie nutzen den neuen Marktstand „Original Regional“, an dem Regionalinitiativen aus der Metropolregion Nürnberg ihre saisonalen Produkte anbieten können. Der Ratsvorsitzende der Metropolregion Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und Eberhard Irlinger, Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt sowie Doris Tropper, stellvertretende Landesvorsitzende des Bundes Naturschutzes, waren bei der Eröffnung dabei. „Heute kommen die Kalchreuther nach Nürnberg, zur Kirschkerwa kommen die Nürnberger in unseren Landkreis“, scherzt Eberhard Irlinger, der mit seinem Landkreis jüngstes Mitglied bei der Regionalkampagne „Original Regional“ ist. Während der Kirschensaison bieten die Kirschbauern jeweils dienstags und samstags ihre erntefrischen Kirsch-Sorten aus Streuobstbeständen an (außer am Samstag, 3. Juli, vor der „Kirschkerwa“). Darunter sind viele alte Sorten, wie „Großrote“ oder „Froschmaul“, die sich durch ihren vorzüglichen Geschmack auszeichnen. Neben den köstlichen Früchten sind auch veredelte Produkte wie Kirschlikör oder Kirschmarmelade sowie das Kirschen-Kochbuch mit leckeren Rezepten rund um die rote Frucht am Marktstand erhältlich. Im Bild: Die beiden Kalchreuther Kirschenbauern Walter Gemmel und Bernhard Kollischan präsentierten ihre roten Früchtchen am Marktstand „Original Regional“ am Nürnberger Hauptmarkt mit Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Ratsvorsitzender der europäischen Metropolregion Nürnberg, Doris Tropper, stellvertretende Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern und Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident Mittelfranken (von links). Leckeres mit Kirschen
Süßes, Herzhaftes und Hochprozentiges Endlich ist es wieder soweit: Die Kirschenzeit hat begonnen und in Kalchreuth und Umgebung warten an den Straßen die Händler, um ihre roten Früchtchen direkt vom Baum an den Genießer zu bringen. Viele der gekauften Kirschen werden schon während der Autofahrt verzehrt, einige landen als Marmelade im Glas. Doch was passiert mit dem Rest? Hier bietet das Kalchreuther Kirschenkochbuch viele Ideen zum Kochen, Backen und Brennen mit Kirschen. Ab sofort ist es unter anderem wieder beim wochenblatt in Brand oder auch beim Kalchreuther Lebensmittel-Sparmarkt Willi Wagner für 6 m erhältlich. Auch auf der Kalchreuther „Kerschder-Kerwa“ am Sonntag, 4. Juli, wo gleich die entsprechenden Kirschsorten zum Testen und Mitnehmen bereitstehen, kann man es kaufen.
Über 100 Rezepte rund um die „Großrote“, „Schneiders Beste“ oder die „Hedelfinger“ finden sich in dem kleinen, bebilderten Ringbüchlein übersichtlich auf 90 Seiten. Die Bandbreite reicht dabei vom Likör über das traditionelle Kirschenmännla bis zum extravaganten Kirsch-Avocado-Salat. Erika Klaußner und Marion Gemmel, Vorsitzende der Landfrauen Röckenhof beziehungsweise Kalchreuth, haben die Rezepte gesammelt und selbst einige beigesteuert. Von der Vielfalt der Rezepte sind aber selbst die beiden „Kirschenkennerinnen“ überrascht. Herausgegeben hat das schlaue Büchlein der Bund Naturschutz, im Rahmen des „BN-Kirschenprojekts“. |