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Tongrube am Mistelberg schlägt Wellen Drucken E-Mail

BR in HeroldsbergBayerisches Fernsehen sendet Beitrag aus Heroldsberg
Am 6. Juli verwandelte sich der Heroldsberger Rathausplatz  in eine Live-Bühne als ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks rund um Moderatorin Uschi Schmidt einen Beitrag über das Thema „Rekultivierung der Tongrube am Mistelberg“ in der „Frankenschau“ sendete. Die beiden Bürgermeister Johannes Schalwig und Herbert Saft sowie ihr Anwalt Dr. Jochen Hofmann-Hoeppel, Andreas Grundmeier vom Bergbauamt Bayreuth, Dr. Thomas Geiger, Prokurist der Firma Durmin und Ingrid Haubenreisser von der Heroldsberger Gruppe des Bund Naturschutz erhielten in der rund 9-minütigen Sendung die Gelegenheit, kurz Stellung zu der von der Firma Durmin geplanten Rekultivierung und Verfüllung der Tongrube zu nehmen (das wochenblatt berichtete). Die Meinung der Bürger zu dem Thema war klar: Über 100 Interessierte waren gekommen, einige hielten Transparente mit den Forderungen „Kein Bauschutt am Mistelberg“, „Keine Lkws durch Kalchreuth“ und „Schützt unser Grundwasser“ in die Kameras. Die beiden Bürgermeister sowie ihre Stellvertreter nutzten die Gelegenheit, um deutlich zu machen: Das sind auch unsere Forderungen.

Im Bild: BR-Moderatorin Uschi Schmidt interviewte Dr. Thomas Geiger, Prokurist der Firma Durmin, Andreas Grundmeier vom Bergbauamt Bayreuth (gerade im Gespräch), die Bürgermeister Johannes Schalwig und Herbert Saft sowie Anwalt Dr. Jochen Hofmann-Hoeppel (v. l.) zum Thema „Verfüllung der Tongrube am Mistelberg“.

In der anschließenden Gemeinderatssitzung in Heroldsberg stand der Antrag des Privatmanns Michael Hoffmann, die Änderung der Rekultivierungspläne zu verhindern auf der Tagesordnung. Bedenken hinsichtlich der Forderung äußerte vor allem Gemeinderat Michael Lochmüller (FDP). Die Ziele der Gemeinde gingen weit über den Antrag hinaus, mit diesem würde man sich selbst einschränken. Bürgermeister Johannes Schalwig erteilte daraufhin dem Antragsteller das Wort, der sich mit dem eingeschlagenen Weg vollends zufrieden zeigte und nicht auf einer Beschlussfassung bestand.

Schalwig informierte kurz über den aktuellen Stand der Dinge: Der Markt Heroldsberg hätte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kalchreuth den Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Jochen Hofmann-Hoeppel beauftragt. Dieser habe die Gemeinden bereits bei der Verhinderung der Mülldeponie, die 1994 auf dem Gelände geplant war, erfolgreich vertreten. „Wir arbeiten mit Kalchreuth eng zusammen und werden nichts unversucht lassen, um die drohende Verfüllung abzuwenden“, versicherte er. Schalwig berichtete von einem Treffen mit Hofmann-Hoeppel: „Ich bin sehr optimistisch“, lautete sein Credo. Und der 2. Bürgermeister Eberhard Brunel-Geuder (CSU) fügte hinzu: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir gute Chancen haben, die Maßnahme zu verhindern.“ Die Gemeinde plant nun verschiedene Schritte, um die Firma Durmin von ihren Plänen abzubringen: Dr. Hofmann-Hoeppel wird den juristischen Hebel ansetzen, der Markt wird den Flächennutzungsplan ändern.

Der bisher dort festgeschriebene Tonabbau wird herausgenommen, stattdessen wird das Gebiet als ökologische Ausgleichsfläche ausgewiesen werden – nutzbar nur für Landwirtschaft und Naherholung.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 21. Juli 2010 )
 
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