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Buntes Getummel an der Tongrube Drucken E-Mail

Biene am StettenbergFür die einen ein kahles Loch, für andere ein Paradies
Inspiriert von der Berichterstattung im wochenblatt machte sich die Biologin Antje Schulte aus Eckental auf den Weg, um die Tongrube am Stettenberg zu erkunden. Voller Begeisterung berichtet sie über die vielen seltenen Tierarten, die sie dort vorgefunden hatte. Schmetterlinge, Libellen und Spinnen teilen sich den Lebensraum. Viele von ihnen sind besonders geschützt.

Wie auch die „Halictus scabiosae“, die Gelbbinden-Furchenbiene. Die Tiere sind ungefähr so groß wie eine Honigbiene. Ihr Name leitet sich von einer am Ende des Hinterteils befindlichen, dunkler aussehenden Furche ab. Wildbienen leben normalerweise solitär, jede Biene baut aus Schneckenhäusern, Pflanzenstengeln oder Holz ein Nest in den Boden. Sie sammelt auch alleine Proviant.

Bei den Furchenbienen ist das anders – Schwestern versammeln sich im Herbst, um gemeinsam im Geburtsnest zu überwintern. Im Frühling gewinnt eine Biene die Oberhand und legt Eier, während die anderen Schwestern losziehen und Pollen und Nektar suchen. Aus den Eiern schlüpfen dann Arbeiterinnen, die die Aufgabe der Schwestern übernehmen, die schließlich vertrieben werden. Sie bauen dann meist ein eigenes Nest in der Nähe und legen selbst Eier. „Spannend ist, dass immer jemand den Nesteingang von innen bewacht, so schützen sie sich vor Parasiten und Kuckucksbienen, die ihre Eier in das Nest legen möchten“, erklärt die Biologin.

Wie alle Wildbienen ist auch diese Art besonders geschützt. Die Bestände erholen sich langsam im Süden Deutschlands, weil sie vermehrt geeignete Wohnräume – wie die Stettenberger Tongrube – finden und dort in größeren Gruppen bauen.

Auch ein kleiner tagaktiver Hummelschwärmer (Hemaris fuciformis) war gerade auf Nahrungssuche, als Antje Schulte in dem Areal unterwegs war. Der Falter wird gerne mit Kolibris verwechselt. „Das ist ein interessanter kleiner Kerl. Er fliegt pausenlos schwirrend Blüten an und schießt davon wie ein Kolibri. Absolut beeindruckend“, schwärmt die Biologin.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des ökologischen Systems sind Spinnen. Der feuchte Bereich am flachen Wasser ist voller kleiner Wolfsspinnen, die zur Jagd über das Wasser laufen. Die vielen zerbrochenen Ziegeln, die rund um die Wasserfläche liegen, dienen den Spinnen als Unterschlupf. „Ich wusste gar nicht, wohin ich treten soll!“, berichtet Antje Schulte lachend. „Die meisten Weibchen hatten Eikokons auf dem Rücken, die sie eifersüchtig bewachten, ein paar Männchen waren hektisch auf der Suche nach Partnerinnen.“

Die Zukunft der Tongrube ist jedoch nach wie vor ungewiss. Bund Naturschutz und die Gemeinden Heroldsberg und Kalchreuth ziehen an einem Strang, um eine geplante Verfüllung mit Hilfe eines Anwaltes zu verhindern (das wochenblatt berichtete).

Sehen Sie mehr faszinierende Bilder der Tongrubenbewohner…

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