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Kulturfreunde Heroldsberg wollen Weißes Schloss retten „Eine Rettungsaktion soll es sein“, stellen die Kulturfreunde Hans Greis, Eberhard Brunel-Geuder und Johannes Schalwig klar, als sie zum Gespräch zum Weißen Schloss laden. Seit die Gemeindeverwaltung 2006 in das neue Bürgerzentrum gezogen ist, steht das historische Gebäude aus dem 15. Jahrhundert leer. Dadurch verschlechtert sich der Zustand des einzigen Schlosses im Besitz der Vier-Schlösser-Gemeinde kontinuierlich. Zwar belaufen sich die Unterhaltskosten im Moment nur auf 3.000 bis 4.000 € jährlich für die Heizung, aber die Statik ist völlig marode, Heizung, Fenster und Dach müssen repariert werden. Fäulnis und Schimmel breiten sich aus und bald werden Notsicherungsmaßnahmen fällig.
Bürgermeister Johannes Schalwig bedauert den Zustand: „Wir haben über die Städtebauförderung bereits mehrere Hunderttausend Euro für alte Bausubstanz im Privatbesitz ausgegeben, aber für eigene Gebäude ist kein Geld da.“ Bereits vor dem Umzug hatte der Gemeinderat für die Sanierung des Schlosses mit großer Mehrheit gestimmt, allerdings machten Kommunalwahl und Krise einen Strich durch die Rechnung. „Die Gemeinde wird in den nächsten Jahren für das Weiße Schloss nichts tun können. Idee, Konzept und Wille sind da, aber es fehlt an Geld“, betont der Vorsitzende der Kulturfreunde Eberhard Brunel-Geuder. Um das Schloss im momentanen Zustand zu erhalten, wollen die Kulturfreunde das Jahr 2010 unter das Motto „Rettung für das Weiße Schloss“ stellen. Der Gewinn jeder Veranstaltung und die Summe aus den aufgestellten Spendenbüchsen sowie einer Haussammlung sollen für den Erhalt des historischen Schmuckstücks verwendet werden. Dabei nimmt man sich Privatinitiativen in Erlangen und Nürnberg zum Vorbild: „Wir möchten den Anstoß geben und wieder Bewegung in die Sache bringen, auch wenn wir die gesamte Summe vermutlich nicht aufbringen können“, erklärt Hans Greis, Schatzmeister der Kulturfreunde. 2,1 Mio. € würde die Sanierung ohne Außenanlagen und Nebengebäude kosten. Zuschüsse von staatlicher Seite in Höhe von 830.000 € könnten unter der Voraussetzung eines barrierefreien Umbaus – Aufzug an der Außenseite – und einer multifunktionalen Nutzung fließen. Blieben noch 1,33 Mio. € für Heroldsberg. Die Kommune muss aber in den nächsten Jahren jeden Euro dreimal umdrehen. Wichtig ist den Kulturfreunden daher auch, keine künstlichen Konflikte mit anderen Vereinen oder Einrichtungen zu beschwören. „Wir wollen keine Gegensätze ,Sport versus Kultur’ aufmachen, sondern suchen eine Balance zwischen den Bedürfnissen von Kultur, Sport und Kindern“, stellt Hans Greis daher auch unumwunden klar. In zwei bis drei Jahren möchten die Kulturfreunde eine Stiftung gründen, deren Ziel es ist, den Unterhalt des Weißen Schlosses nach der Sanierung sicher zu stellen. Das historische Gebäude könnte dann für VHS, Musikschulen, Trauungen, Feste und museale Nutzung zur Verfügung stehen. Eberhard Brunel-Geuder könnte sich auch vorstellen, einige Räume dem Nachlass Fritz Griebels zu widmen. Museums-pädagogische Ansätze wären ebenfalls denkbar: ein Workshop für Fritz-Griebel-Scherenschnitte etwa oder Ausflüge des HSK-Unterrichts der Grundschüler, um das alte Richtschwert zu bewundern. „Viele Heroldsberger Kostbarkeiten lagern in Kellern und warten nur auf ein passendes Ambiente zur Präsentation“, erklärt Brunel-Geuder. Er hätte sich gewünscht, die Ausstellung zum 500. Geburtstag von Heroldsbergs ältester Ansicht, einer Zeichnung von Albrecht Dürer, bereits im sanierten Weißen Schloss ausrichten zu können. Nun findet sie in dem Gebäude im aktuellen Zustand statt. „Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dann sehen die Bürger, wofür und warum wir uns stark machen.“ |