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1. Heroldsberger Poetry-Slam war ein Riesenerfolg Am Freitag feierte Heroldsberg eine Premiere, denn Gaby Ochner, Leiterin des „Haus der Jugend“, hatte in der Bücherei den 1. Heroldsberger Poetry-Slam organisiert. Fünf Slammer waren angetreten, um 1. Heroldsberger Dichter-Meister zu werden. Auf der roten Couch saßen Frau Wortwahl, Geraldino, Barbara Schofer, Peter Parkster und Turnkey Facility. Über hundert Zuhörer hatten sich versammelt, um dem Dichterwettstreit zu lauschen, fünf wurden als Jury ausgewählt. Die Voraussetzungen für die Zugehörigkeit zu diesem Entscheidungsgremium wurden kurz durch Moderator Michael Jakob benannt: „Sie müssen lesen, schreiben, und bis zehn zählen können“. Die als qualifiziert anerkannte Jury bewertete im folgenden mit Tafeln von 1-10 die Darbietung.
Nachdem die Reihenfolge der Künstler aus dem Hut gezogen worden war, lockerte Michael Jakob die Stimmung für den ersten Vortrag von Frau Wortwahl ein wenig auf, indem er zuerst ein Liebesgedicht deklamierte. Adressat der hingebungsvollen Zeilen war eine Tiefkühlpizza. „Meine Freundin toleriert meine Liebe“, versicherte er dem Publikum. Und gab auch gleich danach zu, dass wohl noch ein wenig Maiglöckchen im Bärlauchpesto waren, als er die Zeilen schrieb. Mit dem stimmungsvollen Anfang bereitete er den Boden für Frau Wortwahl, die mit ihrem Vortrag das Publikum in ihren Bann zog. Nicht nur der witzige Text über die Tücken des Lebens, der Liebe und der Meinung anderer Menschen dazu, faszinierte, sondern vor allem die Kunst des Vortrags. Mit tiefer Stimme, weit ausholender Gestik, wechselndem Tempo und Lautstärke eroberte sie ihr Publikum im Sturm und erntete tosenden Applaus. Auch die „schweinische“ Geschichte über ein volltankendes Schweinchen und diverse Kurzvorträge Geraldinos wurden begeistert aufgenommen. Vielen aus der Seele sprach Peter Parkster, der plastisch über einen „Klasse-Tag“ als Folge eines eskalierten Feier-Abends berichtete. Nachdenklichere Töne schlug Barbara Schofer an, deren ganz in der Kunst der Poetik aufgehende, sanfte Vortrag die aufgekratzte Stimmung wieder beruhigte. Turnkey Facility bildete den Abschluss mit seinem Gedicht „Bist du glücklich?“. Das Publikum konnte zwischen drei verschiedenen Applaus-Arten wählen: „Geh doch wieder Kaninchen züchten“, „Super“ und „Ich will ein Kind von dir“. Eines ist klar: Keiner der Poeten wurde wieder zum Kaninchen züchten geschickt. Das Finale erreichten aber nur drei: Frau Wortwahl, Peter Parkster und Barbara Schofer. Nach der Pause stimmte der Moderator das Publikum mit wichtigen Fragen auf das Finale ein: „Wenn man mit Blähungen Überschallgeschwindigkeit fliegt, riecht oder hört man das Vergehen im Cockpit zuerst? Wenn Nüsse klug machen, warum gibt es dann nicht mehr promovierte Eichhörnchen? Und warum muss ich GEZ zahlen, weil ich einen Fernseher besitze, obwohl ich ihn nie benutze, bekomme aber kein Kindergeld, weil ich keine Kinder habe, aber sie definitv machen könnte?“ Frau Wortwahl konnte die letze Runde mit sinnigem Wortsalat über die Taube auf dem Dach, Reden, Schweigen, Silber, Gold und die schönen Söhne anderer Mütter ganz knapp für sich entscheiden. Tosender Applaus, Fußgetrampel und begeisterte Pfiffe tönten aus dem Publikum als die Siegerin von ihren Dichterkollegen auf die Schultern gehoben wurde. |