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Trotz WM-Titel und Emanzipation Drucken E-Mail

Die wU13 des TSV BrandFrauenfußball tut sich schwer in der Region
Spätestens seit die deutsche Fußball-Frauennationalmannschaft 2007 in China den Weltmeistertitel erspielte, erlebt der Rasensport auch mit weiblichen Akteuren einen ständigen Aufschwung. Auch lokale Vereine haben aktuell Frauenmannschaften gemeldet, doch mit dem Nachwuchs hapert es. Kein Verein im wochenblatt-Gebiet bietet für alle Altersklassen durchgängig Mädchenmannschaften an. Bis zur U11 spielen beide Geschlechter noch gemeinsam, dann wird getrennt – und für die Mädchen beginnt die Odyssee zwischen den Vereinen. Beim ASV Forth und ASV Herpersdorf gibt es nur „Damen“, beim TSV Brand zusätzlich noch eine wU13, beim FC Eschenau eine wU19, beim Tuspo Heroldsberg werden die Mädchen in die Kategorien „Unter 15“ und „Über 15“ eingeteilt und beim SC Eckenhaid sowie beim FC Büg gibt es gar keinen Frauenfußball. Beim FC Stöckach gibt es immerhin eine wU15, wU17 und eine Damenmannschaft, womit er zum Frauenfußball-Vorzeige-Verein in der Region wird. 

Im Bild oben: Die wU13 trainiert beim TSV Brand jeden Mittwoch. Noch in der letzten Saison haben sie die meisten Spiele verloren, aber jetzt geht es steil bergauf. 

Ärgerlich findet Thomas Matschullat diese „Odyssee“. Er fährt seine Tochter Frida und ihre Großgeschaidter Freundin Katja zum wöchentlichen Training nach Mögeldorf (s. nebenstehendes Bild). Angefangen hatten sie beim FC Eschenau und beim Tuspo Heroldsberg, doch weil dort keine Mannschaften in ihrer Altersklasse wU13 mehr zustande kamen, mussten sie entweder in der wU15 beziehungsweise wU19 mitspielen – oder wechseln. Auch Stephan Gulden vom TSV Brand kennt das Problem. Er trainiert jeden Mittwoch in der Brander Grundschulturnhalle eine wU13-Mannschaft. Rund 15 Mädchen von 9-12 Jahren spielen hier zusammen. Problematisch ist der Altersunterschied natürlich schon, erklärt der Trainer. Eine 12-Jährige ist fußballerisch schon aufgrund ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit auf einem ganz anderen Niveau als ihre 9-jährige Mitspielerin. In der nächsten Saison wird die Hälfte der jetzigen Mannschaft alt genug sein, um in die wU15 zu wechseln. Ob die wU13 nach diesem „Aufstieg“ bestehen bleiben kann, ist fraglich. Dafür bräuchte es Neuzugänge und genau darin besteht laut Stephan Gulden das Problem: Es spielen einfach zu wenige Mädchen Fußball, nicht jeder Verein kann daher für alle Altersklassen eine Mannschaft aufstellen. Das kann Jens Paul, Trainer der wU15 des Tuspo Heroldsberg, nur bestätigen: Gerade mit Beginn der Pubertät verlören viele Mädchen das Interesse an diesem Sport. Schule, erster Freund, Tanzkurs – andere Dinge werden wichtiger. „Nur wenige bleiben dann am Ball“, erklärt er.

Die Fußballerinnen Katja Hagemann und Frida MatschullatEin verbindlicher Zusammenschluss der Vereine, um die Kräfte zu bündeln, wie in Eckental bereits mit der aufgelösten JFG erprobt, wird aber weitgehend abgelehnt. „Ein autonomer Parallelverein würde entstehen. Wie soll dieser finanziert werden, wer hat die Federführung und vor allem: Bei welchem Verein würden die Mädchen dann als Erwachsene spielen?“ fragen sich die Vorsitzenden Martin Hofmann (ASV Forth) und Heinz-Joachim Christann (FC Eschenau). Am 26. Februar wurde der Sportbeirat in Eckental wiederbelebt (s. S. 38). Heinz-Joachim Christann könnte sich vorstellen, sich dann in diesem Gremium mit anderen Vereinen in Punkto Mädchenfußball abzustimmen.

Im Bild:  haben mit der wU13 der Spvgg. Mögeldorf 2000 in dem Treffen der besten sechs Hallenmannschaften aus dem Bezirk Mittelfranken im Februar in Herrieden den zweiten Platz belegt. Unter anderem nahmen die Mannschaften des FC Stöckach, SV Weinberg 67, TV Schwabach, SV Leerstetten sowie JFG Seebachgrund teil. In einem spannenden Turnier hat es die Spvgg. Mögeldorf bis ins Finale geschafft, in welchem sie der JFG Seebachgrund unterlagen.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 17. März 2010 )
 
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